Entwicklung von Wartau wird diskutiert

Wachstum ja, aber nur qualitativ und in einem vernünftigen Rahmen: So der Tenor des ersten Diskussionsforums der Gemeinde Wartau über deren künftige Entwicklung. Über 70 Personen brachten ihre Ideen und Vorstellungen ein.

Wartau. – Die Gemeinde Wartau beschäftigt sich intensiv mit dem Gemeinde-entwicklungskonzept „Zukunft Gemeinde Wartau“. In diesen Prozess binden die Behörden die Bevölkerung intensiv ein, holen Impulse ab und vereinen diese in einem Strategiepapier. Dieses wiederum dient als Grundlage für die Weiterentwicklung von Wartau sowie für den Ortsplanungsprozess. Am ersten Forum wurde über die Raumplanung und damit auch über das Wachstum von Wartau diskutiert. Die Forum-Teilnehmenden sind sich einig: Wartau soll wachsen, aber „nur“ qualitativ in der Siedlungs- wie bei den Arbeitszonen und in einem vernünftigen Rahmen. Das Wachstum soll so erfolgen, dass keine Infrastrukturerweiterungen notwendig werden.

Ältere Objekte aufwerten

In erster Linie soll die Struktur der Einfamilienhaussiedlung beibehalten, auf hochwertige Mehrfamilienhäuser im Raume der Hauptstrassen in Trübbach und Weite gesetzt werden. Alternative Wohnformen mit viel Freiraum sollen geprüft werden. Ziel ist es mit attraktivem Wohnraum steuerkräftige Einwohner anzuziehen. In den Gewerbezonen sollen nach Möglichkeit wertschöpfungsintensive Arbeitsplätze gefördert werden. Grosses Potential sehen die Forum-Teilnehmenden im Bereich Autobahnanschluss und dem neu entstehenden Bahnhof. Die verkehrstechnisch optimale Lage sei ein klarer Standortvorteil, der genutzt werden müsse. Ein weiterer Schwerpunkt soll in der Aufwertung älterer Liegenschaften gesetzt werden. Mit dieser Massnahme will man gezielt die Innenentwicklung fördern. Mit der Umwelt und den Naherholungsgebieten sind die Wartauerinnen und Wartauer zufrieden. Die Naturschutzgebiete sollen einzig klarer zugeordnet und die Attraktivität der Spiel- und Freizeitangebote gesteigert werden.

Leuchtturm gewünscht

Im Bereich Innovation wurde über das gesellschaftliche Zusammenleben sowie die Versorgung diskutiert. Die Bevölkerung wünscht sich einen Treffpunkt, an dem man einkaufen, einen Kaffee trinken und weitere Dienstleistungen beziehen kann. Unter anderem wurde ein Kompetenzzentrum für Generationen angesprochen. Mit einem baulichen Leuchtturm, der weit über Wartau hinaus strahlt, soll ein Akzent gesetzt und die Attraktivität der Wohn- und Arbeitsgemeinde gesteigert werden. Innovativ wollen die Wartauerinnen und Wartauer auch im Bereich der erneuerbaren Energie sein. So sieht man in der Wasserkraft und in Photovoltaik-Anlagen mehr Potential und will den Strom, der selber produziert wird, gleich auch selber nutzen. Dadurch erhoffen sich die Forum-Teilnehmenden neue Arbeitsplätze im Energiesektor. Auch eine Wasserstofftankstelle wird als prüfenswert beurteilt.

Versorgung sicherstellen

Im Bereich Dorfentwicklung und Zusammenarbeit wurde unter anderem über die Versorgungssicherheit von Wasser, Strom und der Kommunikation diskutiert. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten und Begegnungsräume in den einzelnen Dörfern der Gemeinde. Um keine falschen Hoffnungen zu schüren, betonte Gemeindepräsident Beat Tinner, dass es nicht Aufgabe der Gemeinde sein könne, Dorfläden oder Restaurants zu betreiben. Die Verantwortung sieht er bei der Bevölkerung: „Dorfläden müssen genutzt werden, damit sie rentabel sind und erhalten bleiben.“ Projektleiter Ueli Strauss dankte zum Schluss den Forumsteilnehmenden für die intensiven Diskussionen und die Impulse: „Diese haben wir aufgenommen und werden sie bei der Erarbeitung der Strategie berücksichtigen.“ Das zweite Diskussionsforum findet am kommenden Dienstag zum Thema Verkehr und Mobilität statt.

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